Partizipationsprozesse werden in Schweizer Gemeinden und Städten zunehmend digital durchgeführt. Trotz der wachsenden Bedeutung von digitalen Mitwirkungen ist bisher wenig über die Beurteilung solcher Prozesse durch die Verwaltungen selbst bekannt. Die Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften (ZHAW) führte im Auftrag der Konova AG erstmalig eine umfassende und unabhängige Befragung durch. Die Resultate zeigen ein grosses Potential und hohe Zufriedenheit von digitalen Mitwirkungsprozessen in Schweizer Gemeinden und Städten.

Digitale Partizipationsprozesse führen zu Paradigmenwechsel

Immer mehr öffentliche Verwaltungen setzen auf digitale Partizipation, um ihre Anspruchsgruppen in ihre Vorhaben effizient und effektiv einzubinden und eine breite Teilnahme zu ermöglichen. Durch die erhöhte Nutzung der digitalen Partizipations- und Mitwirkungskanälen verändern sich traditionell «offline» durchgeführte Partizipationsprozesse oder werden sogar komplett abgelöst. Projektverantwortliche in Gemeinden und Städten werden somit mit einem Paradigmenwechsel konfrontiert, was grosse Herausforderungen für die Verwaltungen darstellt.

Studie soll Sicht von Schweizer Gemeinden und Städte aufzeigen

Obwohl diese Umstellung bereits in der Realität stattfindet, war bisher wenig bekannt über die Sicht der Gemeinden und Städte zum Thema digitale Mitwirkung. Durch die Befragung von Verwaltungen in der Deutschschweiz sollte deren Erfahrung mit digitalen Mitwirkungsprozessen, den damit verbundene Chancen und Herausforderungen sowie deren Beurteilung der digitalen Mitwirkung als Ganzes untersucht werden.

Die Studie, bei der sich über 150 Gemeinden und Städte beteiligten, war Teil eines umfassenden Projektes, welches von der Konova AG initiiert und gemeinsam mit der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften ZHAW umgesetzt wurde. Das Projekt wurde im Rahmen des Förderprogramms «Innovationscheck» der Schweizerischen Agentur für Innovationsförderung des Bundes (InnoSuisse) gefördert.

Ergebnisbericht Befragung von Städten und Gemeinden in der Deutschschweiz zur digitalen Mitwirkung
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Ergebnisbericht Befragung von Städten und Gemeinden in der Deutschschweiz zur digitalen Mitwirkung

Im Studienbericht des Instituts für Verwaltungs-Management der ZHAW zum Thema «Befragung von Städten und Gemeinden in der Deutschschweiz zur digitalen Mitwirkung» sind die Resultate der Studie ausführlich ersichtlich und erläutert. Er eignet sich insbesondere für Gemeinden und Städten, die sich mit dem Thema digitale Mitwirkung und Partizipation beschäftigen.

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Digitale Mitwirkung bietet zahlreiche Chancen

Die grösste Chance im Zusammenhang mit der digitalen Mitwirkung sahen die befragten Verwaltungen bei der Möglichkeit zu Effizienzsteigerungen, gefolgt von Chancen im Hinblick auf die Standardisierung von Mitwirkungsprozessen und einer grösseren Erreichung von Einwohnerinnen und Einwohnern.

Chancen von digitaler Mitwirkung aus Sicht der Schweizer Gemeinden und Städte

Die Mehrheit der Befragten (55 %) vertrat die Ansicht, dass elektronische Mitwirkung sowohl für formelle Partizipation (d.h. alle Formen von legaler und regulärer Partizipation) als auch informelle Partizipation (d.h. alle Formen der Partizipation ausserhalb der legalen und regulären Partizipation) sinnvoll sei. Ebenfalls die Mehrheit ist der Auffassung, dass die Bevölkerung durch die digitale Mitwirkung besser in das jeweilige Vorhaben der Verwaltung einbezogen wurde als bei analogen Mitwirkungsverfahren.

Dr. Alexander Mertes

Der Grossteil der Befragten empfand die Teilnahme oder Durchführung als zufriedenstellend und die überwiegende Mehrheit von 92 Prozent würde die digitale Mitwirkung anderen Verwaltungen weiterempfehlen.

Dr. Alexander Mertes
Leitung Fachstelle Public Performance Management & Digital Transformation, ZHAW School of Management and Law

Teilnahmefähigkeit und Kosten als grösste Bedenken

Neben den Chancen wurden die Teilnehmenden auch nach den Bedenken in Bezug auf digitale Mitwirkungsprozesse erfragt. Die grössten Bedenken liegen dabei bei der Fähigkeit der Mitwirkungsteilnehmenden, ein entsprechendes Tool zu bedienen, bei den Investitionen in eine Software-Lösung und im Vorbehalt, dass der Aufwand für die Einrichtung eines digitalen Mitwirkungsprojektes höher als der anschliessende Nutzen ist.

Gemeinden und Städte sind positiv zu digitaler Mitwirkung eingestellt

Insgesamt würden 92 % der befragten Gemeinden und Städten die digitale Mitwirkung anderen Verwaltungen weiterempfehlen. Auch sind 85 % der Teilnehmenden, welche bereits eine digitale Mitwirkung umgesetzt haben, mit dem Prozess zufrieden. Während Gemeinden und Städte selbst Mitwirkungen umsetzen, nehmen Sie vermehrt auch selber an Mitwirkungen teil. Dies ist beispielsweise der Fall, wenn ein Kanton die Gemeinde zur Mitwirkung einlädt oder diese an einer Mitwirkung einer Nachbargemeinde teilnimmt. 76 % der Gemeinden, welche an einer anderen Mitwirkung teilnahmen, haben positive Erfahrungen gemacht.

Zufriedenheit mit Durchführung und Teilnahme an digitaler Mitwirkung

Studienergebnisse helfen, digitale Mitwirkung in Schweizer Gemeinden zielführend voranzutreiben

Die gewonnenen Studienresultate sowie die Erkenntnisse aus dem gemeinsamen Forschungsprojekt mit der ZHAW helfen, digitale Partizipations- und Mitwirkungsprozesse den Gemeinden und Städten zugänglicher zu machen. Die Studie zeigt auf, dass Gemeinden und Städte ein grosses Potential sehen, bereits gute Erfahrungen gemacht haben und weiterhin auf digitale Mitwirkung setzen möchten.

Die Konova AG als Anbieterin der E-Mitwirkung, die führende digitale Mitwirkungsplattform in der Schweiz, wird die Erkenntnisse nutzen, die Lösungen und Prozesse im Sinne der Schweizer Gemeinden und Städten weiterzuentwickeln. Dies mit dem Ziel, zukünftig noch mehr Gemeinden und Städte bei der Durchführung von effizienten und effektiven digitalen Mitwirkungen zu unterstützen und dadurch Mehrwerte für die Bevölkerung und die Verwaltung zu schaffen.

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